Ukraine: Krieg beschleunigt Legalisierung von Medizinalhanf

Der Krieg in der Ukraine hat die Nachrichten bezüglich Cannabis in den Hintergrund rücken lassen. Doch in dem Land, in dem seit April 2021 die beiden pharmazeutischen Cannabispräparate Dronabinol und Nabiximols zugelassen wurden, herrscht beim Großteil der Bevölkerung der Wunsch nach einer Legalisierung von medizinischem Marihuana.

Am 07. Juni hat der ukrainische Gesundheitsminister Viktor Liashko nun via Facebook bekannt gegeben, dass ein Gesetzesentwurf vom Kabinett genehmigt worden ist, der die Regelung des Inverkehrbringens von Cannabispflanzen zu medizinischen, industriellen, wissenschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Zwecken vorsieht. Man verstünde die negativen Konsequenzen des Krieges und den wachsenden Bedarf nach Heilung geschädigter Bewusstseinszustände.

Keine Zeit zu warten

Mit dem Gesetzesentwurf, der in Folge der Genehmigung seitens des Kabinetts jetzt dem Parlament vorgelegt werden soll, wolle man laut Liashko die Voraussetzungen für einen verbesserten Zugang der Patienten zur notwendigen Behandlung von Krebs und posttraumatischen Belastungsstörungen infolge des Krieges schaffen. 226 Stimmen würden benötigt, damit das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden könne. Der Entwurf soll eine überarbeitete Version eines Gesetzes sein, das der Gesetzgeber im letzten Sommer nicht verabschiedet hatte.

Liashko deutete an, dass es in diesem Jahr mehr Unterstützung für die Legalisierung von medizinischem Cannabis geben werde. „Wir wissen um die negativen Folgen des Krieges für die psychische Gesundheit“, schrieb er. „Wir wissen um die Zahl der Menschen, die aufgrund dieser Auswirkungen eine medizinische Behandlung benötigen werden. Und wir wissen, dass wir keine Zeit zum Warten haben“, so der Gesundheitsminister.

Entwicklung eigener Hanfindustrie

Lishko sagte, dass der Gesetzentwurf den „vollständigen Zyklus der Arzneimittelproduktion auf Cannabisbasis in der Ukraine“ sicherstellen würde. Er betonte, dass das Land schrittweise dabei seine eigene Industrie entwickeln werde, anstatt sich ausschließlich auf Importe verlassen zu wollen. Die Regierung werde den Anbau, die Produktion und den Verkauf der Medikamente streng kontrollieren, teilte das Gesundheitsministerium in einer Erklärung mit.

Laut Forbes könnten die Patienten diese Produkte auf ärztliche Verschreibung erhalten. Gesundheitsminister Viktor Liashko betonte, dass Arzneimittel auf Cannabisbasis nicht als Konkurrenten zu Betäubungsmitteln verstanden werden dürften. Es würden völlig andere Maßnahmen ergriffen, um den Verkehr mit den natürlichen Arzneimitteln zu regulieren. Er spielte dabei auch auf die Kampagnen gegen Cannabis an, mit denen in der Vergangenheit versucht wurde, dessen medizinischen Wert zu untergraben.

Das große Potenzial von Cannabis erkannt

Der Gesundheitsminister gab an, dass Cannabis gegen eine Vielzahl von seelischen und körperlichen Leiden eingesetzt werden könne. Cannabis die Behandlungen von mehr als 50 Krankheiten verbessern. Dazu zählten Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), neurologische Krankheiten und Schlafstörungen. Medikamente auf Cannabisbasis spielten auch eine wichtige Rolle in der Palliativmedizin und linderten die Schmerzen von Krebs- und HIV-Patienten, fügte Liashko in seinem Statement an.

Laut der für AskGrowers im Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit beschäftigten Lana Braslavskaia ließe sich noch nicht vorhersagen, wann es mit dem Einsatz von Cannabis in der Medizin tatsächlich voranschreiten würde. Auch nicht, ob darauf die Legalisierung für den Genusskonsum folgen würde. Es ließe sich schließlich zeitlich nicht bestimmen, wann der Krieg mit Russland beendet werden könne und wann eine Regierung dieses Ziel verfolge. Eine neue Generation von Ukrainern müsse zur Verwirklichung dieses Ziels wohl auch erst einmal heranwachsen.

Cannabis für den Freizeitgebrauch wird daher in der Ukraine somit wohl erst einmal nach wie vor verboten bleiben.

Quelle

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