{"id":451,"date":"2020-11-03T23:56:39","date_gmt":"2020-11-03T22:56:39","guid":{"rendered":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=451"},"modified":"2020-12-19T20:08:21","modified_gmt":"2020-12-19T19:08:21","slug":"cannabis-trotz-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=451","title":{"rendered":"Cannabis trotz Corona"},"content":{"rendered":"\n<p>RAUSCHGIFTKONSUM IN EUROPA<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cannabis trotzt Corona<\/h2>\n\n\n\n<p>VON&nbsp;DANIEL DECKERSAKTUALISIERT AM 22.09.2020&nbsp;&#8211;&nbsp;16:22<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/m.faz.net\/;artikel_bereich=galerie\/aktuell\/gesellschaft\/kriminalitaet\/rauschgiftkonsum-in-europa-cannabis-trotzt-corona-16965936.html\"><\/a><strong>Trotz Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und geschlossener Clubs wurde auch w\u00e4hrend der Pandemie in Europa jede Menge Rauschgift konsumiert. Einige Auff\u00e4lligkeiten weist der diesj\u00e4hrige Europ\u00e4ischen Drogenbericht dennoch aus.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Die Covid-19-Pandemie d\u00fcrfte die Nachfrage nach Rauschgiften in Europa und das entsprechende Angebot nicht wesentlich ver\u00e4ndert haben. Zwar liegen der Europ\u00e4ischen Beobachtungsstelle f\u00fcr Drogen und Drogensucht (EBDD) Hinweise aus den ersten Monaten der europaweiten Einschr\u00e4nkungen des \u00f6ffentlichen Lebens vor, wonach in der ersten Jahresh\u00e4lfte vor allem der Gebrauch von&nbsp;Kokain und Ecstasy (MDMA) abgenommen haben d\u00fcrfte. Das d\u00fcrfte im Wesentlichen auf die Ausgangs- und Kontaktbeschr\u00e4nkungen zur\u00fcckgehen, die mit dem Ausfall des Nachtlebens und der Erschwerung des Stra\u00dfenhandels einhergingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit fehlte es zum einen an den typischen Orten und Gelegenheiten, bei denen Kokain und Ecstasy-Tabletten die Runde machen. Zudem d\u00fcrfte die seit langem beobachtete Entwicklung hin zu einer Verlagerung des Rauschgifthandels von der Stra\u00dfe in das Internet noch nicht so dominant gewesen sein, dass sie den Effekt h\u00e4tte kompensieren k\u00f6nnen. Nimmt man hinzu, dass Ausgangssperren in Spanien, Frankreich und Italien sowie in Gro\u00dfbritannien im Vergleich die rigorosesten in Europa waren, so liegt auch die Erkl\u00e4rung f\u00fcr den R\u00fcckgang des Kokaingebrauchs, wie er sich etwa bei der Analyse von Abw\u00e4ssern in kommunalen Kl\u00e4ranlagen zeigt, auf der Hand: In diesen vier L\u00e4ndern ist der Gebrauch von Kokain in Europa am h\u00f6chsten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Opioide spielen kaum eine Rolle<\/h2>\n\n\n\n<p>Doch da die Sicherheitsbeh\u00f6rden 2018 und 2019 in Europa so viel Kokain sichergestellt haben wie lange nicht mehr, d\u00fcrfte sich jetzt ein Ph\u00e4nomen wiederholen, das sich schon w\u00e4hrend und nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 gezeigt hatte: Nach einem R\u00fcckgang der Nachfrage nach&nbsp;Rauschgiften&nbsp;hatte sich das Angebot bald deutlich verbessert, etwa durch eine Erh\u00f6hung des Reinheitsgrades bei gleichzeitiger Preisstabilit\u00e4t. Auch die Nachfrage stieg bald wieder, wie ebenfalls aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht 2019 der EBDD hervorgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Summe hat das dazu gef\u00fchrt, dass Kokain in Europa seit Jahren nach Cannabis und Heroin die zweith\u00e4ufigste Droge bei den Patienten ist, die wegen Rauschgiftnotf\u00e4llen in Krankenh\u00e4usern behandelt werden. Auch das Drogenhilfesystem wird von Kokaingebrauchern stark in Anspruch genommen. Dabei ist der typische Patient m\u00e4nnlich und nimmt Kokain seit fast zehn Jahren. Er hat inzwischen insoweit die Kontrolle \u00fcber den Gebrauch verloren, als er t\u00e4glich oder fast t\u00e4glich zu dem Stoff greift. Kokain ist l\u00e4ngst auch bei Todesf\u00e4llen im Zusammenhang mit Rauschgiftgebrauch eine signifikante Gr\u00f6\u00dfe. Deren Gesamtzahl wurde f\u00fcr das Jahr 2019 mit etwa 8300 angegeben. Allerdings ist das Dunkelfeld sehr gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Hochpotente und -toxische Opioide beziehungsweise verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die in den Vereinigten Staaten von Amerika seit Jahren die h\u00e4ufigste Todesursache bei B\u00fcrgern im Alter bis zu 50 Jahren sind, spielen auf dem europ\u00e4ischen Markt bislang kaum eine Rolle. Als \u00fcberaus robust erwies sich indes auch in Corona-Zeiten der Cannabis-Markt. Zu ernsthaften Einschr\u00e4nkungen der Verf\u00fcgbarkeit scheint es nicht gekommen zu sein, wird doch ein nicht unerheblicher Teil des Cannabiskrauts (Marihuana), aber auch des Cannabisharzes (Haschisch) in Europa selbst erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Therapieformen getestet<\/h2>\n\n\n\n<p>Welche Belastungen f\u00fcr die Gesundheitssysteme vieler L\u00e4nder schon unter gew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden mit dem Cannabisgebrauch einhergehen, belegen Angaben wie diese, dass etwa ein Prozent aller Erwachsenen in der EU t\u00e4glich oder fast t\u00e4glich Cannabis gebrauchen. Mittlerweile reichen schon geringe Mengen aus, um einen Rauschzustand (oder unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen wie Psychosen) zu erzeugen, weil sich der durchschnittliche Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) des psychoaktiven Wirkstoffes der Cannabis-sativa-Pflanze in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Fast 80.000 Personen haben 2018 wegen Cannabis-Problemen erstmals psychologische und oder medizinische Hilfe in Anspruch genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob diese Zahl in diesem Jahr wieder erreicht wird, ist schwer vorherzusagen. Einerseits war das regul\u00e4re Drogenhilfesystem \u00fcber Monate hinweg kaum oder schwerer zug\u00e4nglich. Andererseits ist anekdotisch davon die Rede, dass in der Corona-Krise neue, internetbasierte Therapieformen getestet wurden. Hinsichtlich der Gebrauchsmuster hei\u00dft es aber, allenfalls Gelegenheitsgebraucher h\u00e4tten w\u00e4hrend des Lockdowns ihren Komsum reduziert \u2013 eher sei der Verbrauch wohl gesteigert worden, um die Langeweile zu vertreiben oder Angstzust\u00e4nde zu \u00fcberwinden. Im Internet habe man beobachtet, dass in Suchmaschinen vermehrt Schlagworte wie \u201eCannabis anbauen\u201c und \u201eCannabis Lieferdienste\u201c eingegeben worden seien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/m.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/kriminalitaet\/rauschgiftkonsum-in-europa-cannabis-trotzt-corona-16965936.html\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>RAUSCHGIFTKONSUM IN EUROPA Cannabis trotzt Corona VON&nbsp;DANIEL DECKERSAKTUALISIERT AM 22.09.2020&nbsp;&#8211;&nbsp;16:22 Trotz Ausgangsbeschr\u00e4nkungen und geschlossener Clubs wurde auch w\u00e4hrend der Pandemie in Europa jede Menge Rauschgift konsumiert. Einige Auff\u00e4lligkeiten weist der diesj\u00e4hrige Europ\u00e4ischen Drogenbericht dennoch aus. 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