{"id":2902,"date":"2024-01-16T13:21:25","date_gmt":"2024-01-16T12:21:25","guid":{"rendered":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2902"},"modified":"2024-01-16T13:21:30","modified_gmt":"2024-01-16T12:21:30","slug":"medizinisches-cannabis-bei-immunsupprimierten-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2902","title":{"rendered":"Medizinisches Cannabis bei immunsupprimierten Patienten"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Medizinisches-Cannabis-bei-immunsupprimierten-Patienten-750x375-1.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-2903\" style=\"width:344px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Medizinisches-Cannabis-bei-immunsupprimierten-Patienten-750x375-1.webp 750w, https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Medizinisches-Cannabis-bei-immunsupprimierten-Patienten-750x375-1-300x150.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Immunsystem des Menschen ist absolut \u00fcberlebenswichtig. Wir k\u00f6nnten ohne ihm die Vielzahl an Mikroben, von denen wir t\u00e4glich berieselt werden, nicht abwehren. Jeder Keim k\u00f6nnte eine potenziell gef\u00e4hrliche Infektion ausl\u00f6sen. Es gibt jedoch Einzelf\u00e4lle, in denen es medizinisch nicht anders geht, als mittels Medikamenten die Aktivit\u00e4t des Immunsystems gezielt zu reduzieren. Dies kann zum Beispiel nach Organtransplantationen der Fall sein. Es kommt vor, dass das Immunsystem das fremde Organ als feindlich erkennt und angreift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen Zellen des eigenen K\u00f6rpers richtet, z\u00e4hlen zu den Indikationen, bei denen eine absichtliche medikament\u00f6se Unterdr\u00fcckung des Immunsystems n\u00f6tig werden kann. Die Gruppe der Medikamente, die hier zum Einsatz kommen, nennt man Immunsuppressiva. Eine Unterdr\u00fcckung des Immunsystems bringt jedoch enorme Nachteile mit sich, die im Einzelfall genau abgewogen werden m\u00fcssen. Vor allem die erh\u00f6hte Infektanf\u00e4lligkeit ist ein gro\u00dfes Problem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Erkrankungen, die eine Unterdr\u00fcckung des Immunsystems n\u00f6tig machen, sind entz\u00fcndlich bedingt, sodass potenziell auch medizinisches Cannabis eine zus\u00e4tzliche Behandlungsoption sein k\u00f6nnte. Gleichzeitig kann f\u00fcr solche Patienten Cannabis ein Segen sein, da es den Appetit steigert und Schmerzen lindert. Allerdings gibt es auch hier einige Faktoren zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schimmelpilze-als-grosses-risiko\">Schimmelpilze als gro\u00dfes Risiko<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfes Problem, welches prim\u00e4r der Prohibition geschuldet ist, sind\u00a0Schimmelpilze\u00a0im Cannabis. Bis zum heutigen Tag ist es ein steiniger Weg, Cannabis vom Arzt verschrieben zu bekommen und im Idealfall auch noch eine Kosten\u00fcbernahme durch die Krankenkasse zu erhalten. Aufgrund dieser b\u00fcrokratischen H\u00fcrden greifen viele Patienten auf Cannabis vom Schwarzmarkt zur\u00fcck. Medizinisches Cannabis wird in der Regel sterilisiert, jedoch am Schwarzmarkt gibt es keinerlei Qualit\u00e4tssicherung. Durch unzureichende Methoden der Trocknung und der Lagerung kann das Cannabis in diesem Fall mit Schimmelpilzen belastet sein. Was f\u00fcr einen Menschen mit intaktem Immunsystem kein Problem ist, kann jedoch bei einem unterdr\u00fcckten Immunsystem das Todesurteil sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am gef\u00e4hrlichsten sind an dieser Stelle Pilze der Gattung Aspergillus. Die Sporen von diesem Schimmelpilz werden auch durch die Hitze beim Rauchen nicht zuverl\u00e4ssig abget\u00f6tet und k\u00f6nnen so in die Lunge geraten. Dort k\u00f6nnen sie\u00a0Aspergillose\u00a0ausl\u00f6sen, die ohne funktionierendes Immunsystem potenziell t\u00f6dlich ist. Auch viele weitere Schimmelpilze, die in Cannabis vorkommen und f\u00fcr ein gesundes Immunsystem kein Hindernis darstellen, k\u00f6nnen in solchen F\u00e4llen zur Gefahr werden. Eine Alternative w\u00e4re es hier, auf orale Cannabisprodukte zur\u00fcckzugreifen. Orale Pr\u00e4parate wie Dronabinol oder Nabilon enthalten keine Schimmelpilze. Auch Cannabis, welches in Form von Backwaren genossen wird, ist in diesem Fall deutlich sicherer. Denn der gef\u00e4hrlichste Pilz, der Aspergillus, kann auf diesem Weg nicht \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wechselwirkungen \u00fcber CYP-Enzyme<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CBD wird in der Leber \u00fcber die sogenannten CYP-Enzyme abgebaut. Jedoch werden auch einige Immunsuppressiva \u00fcber die gleichen Enzyme abgebaut, sodass hier eine gegenseitige Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden kann. Insbesondere sind hier die Immunsuppressiva Cyclosporin und Tacrolimus zu nennen, die bei Organtransplantationen zur Anwendung kommen, um Absto\u00dfungsreaktionen zu verhindern. In diesem Fall kann es zu einer ungewollten Verst\u00e4rkung der medikament\u00f6s herbeigef\u00fchrten immunsuppressiven Wirkung kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu beachten ist, dass auch die meisten anderen Cannabinoide \u00fcber die CYP-Enzyme abgebaut werden. In der Regel sind mehrere verschiedene CYP-Enzyme am Abbau beteiligt, sodass es auch hier zu Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva kommen kann. Auf jeden Fall ist es ratsam, hier ein regelm\u00e4\u00dfiges Monitoring aller Entz\u00fcndungsparameter im Blut durchzuf\u00fchren, um auf etwaige Entgleisungen rasch reagieren zu k\u00f6nnen und Dosierungen anpassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Cannabinoide m\u00f6glicherweise selbst immunsuppressiv<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studienlage ist bisher nicht eindeutig auf diesem Gebiet, aber man geht davon aus, dass Cannabinoide wie THC und CBD selbst tempor\u00e4r bestimmte Prozesse im Immunsystem unterdr\u00fccken. Manche Arten von entz\u00fcndungshemmenden Wirkungen, die Cannabinoide am CB2-Rezeptor aufweisen, sind nur durch die Unterdr\u00fcckung von Immunreaktionen zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Effekt ist aber nur von kurzer Dauer und darf nicht als nachhaltige Beeintr\u00e4chtigung der Immunabwehr verstanden werden. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in so einem Fall zu Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva kommt, da diese ebenfalls Aktivit\u00e4ten im Immunsystem reduzieren. Gleichzeitig kann aber CBD helfen, wiederum einige Nebenwirkungen von Immunsuppressiva zu lindern. Der Zusammenhang ist hier sehr komplex und muss im Einzelfall von Patient zu Patient beurteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/hanfmedizin-bei-erkrankungen\/medizinisches-cannabis-bei-immunsupprimierten-patienten\/\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Immunsystem des Menschen ist absolut \u00fcberlebenswichtig. Wir k\u00f6nnten ohne ihm die Vielzahl an Mikroben, von denen wir t\u00e4glich berieselt werden, nicht abwehren. Jeder Keim k\u00f6nnte eine potenziell gef\u00e4hrliche Infektion ausl\u00f6sen. 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