{"id":235,"date":"2020-10-24T23:25:46","date_gmt":"2020-10-24T21:25:46","guid":{"rendered":"http:\/\/hanfserver.info\/?p=235"},"modified":"2020-12-20T11:16:01","modified_gmt":"2020-12-20T10:16:01","slug":"cannabis-grundlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=235","title":{"rendered":"Cannabis Grundlagen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Der Hanf (Cannabis sp.) ist eine einj\u00e4hrige, zweih\u00e4usige und krautige Pflanze, die seit Jahrtausenden als Heil- und Nutzpflanze Verwendung findet. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen geh\u00f6ren Cannabinoide wie \u03949-Tetrahydrocannabinol (THC), welche vor allem in den Bl\u00fctenst\u00e4nden der weiblichen Pflanze vorkommen. Sie sind f\u00fcr die psychotropen, euphorisierenden, antiemetischen, schmerzlindernden und krampfl\u00f6senden Eigenschaften des Hanfs verantwortlich. Die Effekte beruhen auf der Bindung der aktiven Wirkstoffe an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Hanf und seine Produkte werden unter anderem zur Anregung des Appetits und gegen \u00dcbelkeit bei Krebs- und AIDS-Patienten, bei multipler Sklerose und bei chronischen Schmerzen angewandt. Hanf wird bekanntermassen auch als Rauschmittel missbraucht.<br>synonym: Hanf, Marihuana, Haschisch, Gras, Kannabis<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Produkte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hanf und die daraus hergestellten Zubereitungen wie Marihuana, Cannabisharz, THC und Cannabisextrakte geh\u00f6ren in der Schweiz grunds\u00e4tzlich zu den verbotenen Bet\u00e4ubungsmitteln. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit kann jedoch Ausnahmebewilligungen f\u00fcr die Forschung, die Arzneimittelentwicklung und f\u00fcr eine beschr\u00e4nkte medizinische Anwendung erteilen. Im Jahr 2013 wurde in der Schweiz erstmals ein Cannabis-Mundspray (Sativex\u00ae) als Arzneimittel zugelassen. In Apotheken werden zus\u00e4tzlich Magistralrezepturen zubereitet. Cannabissamen sind legal erh\u00e4ltlich, sofern die Pflanzen, welche daraus wachsen, einen Gesamt-THC-Gehalt von weniger als 1% aufweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hanf mit einem hohen Cannabidiol- und einem tiefen THC-Gehalt (&lt;1%) ist in der Schweiz legal erh\u00e4ltlich, siehe unter Cannabidiol-Hanf und Cannabidiol.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stammpflanze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hanf (Cannabis sativa, Cannabis indica) aus der Familie der Hanfgew\u00e4chse (Cannabaceae) ist eine einj\u00e4hrige, krautige und zweih\u00e4usige Pflanze, d.h. es existiert eine m\u00e4nnliche und weibliche Form. Pharmakologisch sind vor allem die weiblichen Pflanzen von Interesse, weil sie die Bl\u00fctenst\u00e4nde bilden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hanfserver.info\/webseitenbilder\/cannapflanz.png\" alt=\"[Bild: cannapflanz.png]\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Arzneidroge<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Arzneidroge oder Rauschmittel wird das Hanfkraut (Cannabis herba PH 5) verwendet. Dabei handelt es sich um getrocknete Bl\u00fctenst\u00e4nde und junge Bl\u00e4tter der weiblichen Pflanze (Marihuana). Einen noch h\u00f6heren THC-Gehalt hat das Cannabisharz(Haschisch), welches im Kraut enthalten ist. Als Cannabis\u00f6l wird ein \u00f6liger Extrakt aus dem Harz bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inhaltsstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die aktiven Inhaltsstoffe sind die Cannabinoide, von welchen \u00fcber 60 identifiziert wurden. Das bekannteste Cannabinoid ist das pharmakologisch aktive lipophile \u03949-Tetrahydrocannabinol (THC), das medizinisch auch als Dronabinol bezeichnet wird. Cannabidiol (CBD) ist nicht psychoaktiv, hat aber verschiedene interessante pharmakologische Eigenschaften (siehe unter Cannabidiol).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hanfserver.info\/webseitenbilder\/Cannabinoide_1.png\" alt=\"[Bild: Cannabinoide_1.png]\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wirkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cannabis hat psychotrope, euphorisierende, d\u00e4mpfende, entspannende, angstl\u00f6sende,antiemetische, appetitanregende, schmerzlindernde, muskelentspannende und gef\u00e4sserweiternde Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Bindung der aktiven Wirkstoffe an CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems. CB1-Rezeptoren kommen in verschiedenen Zentren des Gehirns vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hanfserver.info\/webseitenbilder\/Cannabinoide_2.png\" alt=\"[Bild: Cannabinoide_2.png]\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Anwendungsgebiete<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bl\u00fcten und das Harz werden als Rauschmittel verwendet. Sie werden in der Regel als Joint geraucht, mit Wasserpfeifen oder E-Zigaretten inhaliert oder \u00fcber andere Wege zugef\u00fchrt (z.B. Space-Cakes).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6gliche medizinische Anwendungsgebiete (Auswahl):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund einer multiplen Sklerose.<br>\u2022 Als Appetitstimulans und Antiemetikum im Rahmen einer Chemotherapie und bei AIDS.<br>\u2022 Zur Behandlung chronischer Schmerzen.<br>\u2022 Weitere, z.B. Tourette-Syndrom<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontraindikationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cannabis ist bei einer \u00dcberempfindlichkeit, Suizidalit\u00e4t oder Suizidgedanken, einer Anamnese oder Familienanamnese von Schizophrenie oder anderen Psychosen, einer Anamnese von schwerer Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung oder einer anderen erheblichen psychiatrischen St\u00f6rung, w\u00e4hrend der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Die vollst\u00e4ndigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interaktionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tetrahydrocannabinol wird von CYP-Isoenzymen metabolisiert. Entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen mit CYP-Induktoren und CYP-Inhibitoren sind m\u00f6glich. Weitere Interaktionen k\u00f6nnen unter anderem mit zentral d\u00e4mpfenden Arzneimitteln, antispastischen Wirkstoffen und Alkohol auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cannabis kann bei l\u00e4ngerfristigem und hochdosiertem Gebrauch zu einer Abh\u00e4ngigkeit, einer Toleranz und Entzugssymptomen f\u00fchren. Im Vergleich mit anderen Bet\u00e4ubungsmitteln ist die letale Dosis hoch (THC: zwischen 15 bis 70 g). Die beobachteten Nebenwirkungen sind dosisabh\u00e4ngig:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Psychiatrische St\u00f6rungen: Angst, Panik, Dysphorie, psychotische Symptome, Ausl\u00f6sung einer latenten schizophrenen Psychose<br>\u2022 Zentrale St\u00f6rungen: St\u00f6rungen der Wahrnehmung, der Bewegungsabl\u00e4ufe und des Erinnerungsverm\u00f6gens, M\u00fcdigkeit<br>\u2022 Atemwege: Unerw\u00fcnschte Effekte des Rauchens, Husten, Bronchitis, Lungenkrebs<br>\u2022 Herz-Kreislauf: Gef\u00e4sserweiterung, tiefer Blutdruck, hoher Puls (Tachykardie), Synkope<br>\u2022 Verdauungstrakt: Mundtrockenheit, Appetitsteigerung, \u00dcbelkeit und Erbrechen<br>\u2022 Augen: Augenr\u00f6tung, Trockene Augen<br>\u2022 Erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Unf\u00e4lle, Gefahr im Strassenverkehr<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.pharmawiki.ch\/wiki\/index.php?wiki=Cannabis\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hanf (Cannabis sp.) ist eine einj\u00e4hrige, zweih\u00e4usige und krautige Pflanze, die seit Jahrtausenden als Heil- und Nutzpflanze Verwendung findet. 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