{"id":2314,"date":"2022-09-04T19:37:16","date_gmt":"2022-09-04T17:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2314"},"modified":"2022-09-04T20:47:46","modified_gmt":"2022-09-04T18:47:46","slug":"cannabis-in-der-schmerzmedizin-buerokratische-huerden-zu-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2314","title":{"rendered":"Cannabis in der Schmerzmedizin: B\u00fcrokratische H\u00fcrden zu hoch"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Cannabis-in-der-Schmerzmedizin-Bu\u0308rokratische-Hu\u0308rden-zu-hoch-750x375-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2312\" srcset=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Cannabis-in-der-Schmerzmedizin-Bu\u0308rokratische-Hu\u0308rden-zu-hoch-750x375-1.jpeg 750w, https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Cannabis-in-der-Schmerzmedizin-Bu\u0308rokratische-Hu\u0308rden-zu-hoch-750x375-1-300x150.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2017 kann Cannabis als Medizin unter den richtigen Umst\u00e4nden an Patienten verschrieben werden, doch immer noch sind die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden zu hoch. Diese Meinung vertreten nicht nur die bed\u00fcrftigen Patienten, sondern auch viele der behandelnden und zur Therapie ratenden Mediziner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johannes Horlemann, der Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Schmerzmedizin (DGS), \u00e4u\u00dferte sich j\u00fcngst auf \u00c4rzteblatt.de dahin gehend, dass chronisch kranke Patienten mindestens f\u00fcnf Wochen darauf zu warten h\u00e4tten, bis Krankenkassen \u00fcber den Antrag, Cannabisarznei unter Kosten\u00fcbernahme einsetzen zu d\u00fcrfen, entschieden h\u00e4tten. G\u00e4be es dazu ein Widerspruchsverfahren, k\u00f6nnten bis zur Entscheidungsfindung Monate vergehen, was der Pr\u00e4sident der DGS als einen inhumanen Umgang mit schwer kranken Menschen auf einer am 31.08. stattfindenden Online-Pressekonferenz bezeichnete.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-auch-der-dgs-vizeprasident-kritisiert\">Auch der DGS-Vizepr\u00e4sident kritisiert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vizepr\u00e4sident der DGS, Norbert Sch\u00fcrmann, wies auch darauf hin, dass die langen Wartezeiten zudem von der jeweiligen Krankenkasse, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen sowie der Sachbearbeiterin oder dem Sachbearbeiter abh\u00e4ngig seien. Es w\u00e4re in diesem Zusammenhang auch sehr problematisch, dass die Krankenkassen keine Unterschiede bez\u00fcglich der Schwere der Erkrankungen der jeweiligen antragstellenden Patienten zu machen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend laut des k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Abschlussberichtes der Begleiterhebung des Bundesinstitutes f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betreffend&nbsp;Cannabis in der Medizin&nbsp;circa zwei Drittel der gestellten Antr\u00e4ge von den Kassen \u00fcbernommen werden w\u00fcrden, st\u00fcnden ungef\u00e4hr 24.000 Patienten ohne Kosten\u00fcbernahme allein da. Die h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln seien hierbei in der chronischen Schmerztherapie zu finden, wobei insbesondere neuropathische Schmerzen einen Gro\u00dfteil ausmachen sollen. Doch wie Sch\u00fcrmann erkl\u00e4rte, g\u00e4be es auch bei palliativen Erkrankungen, die \u00dcbelkeit und Erbrechen hervorriefen, oder Appetitlosigkeit und Tumorkachexie sehr gute Ergebnisse zu vermelden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weniger Opioide und weitere Vorteile<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einsatz von Cannabis als zus\u00e4tzliche Therapie, wenn andere Behandlungen bereits \u2013 ohne Wirkung zu zeigen \u2013 ausgesch\u00f6pft wurden, k\u00f6nne als gangbarer Weg verstanden werden. Auch, da das nat\u00fcrliche Arzneimittel den Konsum von verschreibungspflichtigen Opioiden signifikant reduzieren w\u00fcrde. Sollten Letztere schwer vertr\u00e4glich f\u00fcr den Patienten sein, verbessere Cannabis somit dessen Lebensqualit\u00e4t sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut Sch\u00fcrmann habe man dazu nun feststellen k\u00f6nnen, dass Cannabisbl\u00fcten in der Therapie schwieriger zu steuern w\u00e4ren als oral einnehmbare Cannabinoide und dass sie ein h\u00f6heres Abh\u00e4ngigkeitspotenzial aufweisen w\u00fcrden. Ebenfalls w\u00e4ren Jugendliche unter 25 Jahren beim Einsatz von Bl\u00fcten anf\u00e4lliger f\u00fcr Psychosen. Die Halbwertzeit sei dazu bei den oral eingenommenen Cannabinoiden l\u00e4nger, was bei einem gleichbleibenden Wirkungsspiegel zu wesentlich weniger Nebenwirkungen und besonders weniger ZNS-St\u00f6rungen f\u00fchre. Die&nbsp;Schmerzunterdr\u00fcckung&nbsp;k\u00f6nne jedoch konstant niedrig gehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B\u00fcrokratische H\u00fcrden abbauen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Verschreibung von Cannabis f\u00fcr medizinische Anwendungen zu vereinfachen und die kritisierten H\u00fcrden etwas zu verkleinern, hatte die DGS bereits im M\u00e4rz mit der Krankenkasse AOK einen Vertrag f\u00fcr eine bessere Versorgung von Patienten mit Cannabinoiden geschlossen. Bei der AOK-Rheinland\/Hamburg soll der Selektivvertrag daf\u00fcr sorgen, dass der Einsatz im Bereich der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung Nordrhein eine vereinfachte Verordnung von Cannabispr\u00e4paraten erm\u00f6glicht. In Absprache mit dem Patienten l\u00e4ge die Therapieentscheidung somit nun ausschlie\u00dflich bei den behandelnden \u00c4rzten. Einzig eine 20-st\u00fcndige Online-Fortbildung m\u00fcsse daf\u00fcr absolviert werden, welche eine anschlie\u00dfende Lernerfolgskontrolle beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beteiligten Vertragspartner h\u00e4tten den Vertrag bereits unterzeichnet und nur die praktische Umsetzung st\u00fcnde noch aus, berichtet der DGS-Pr\u00e4sident Horlemann. Dazu w\u00fcrde die DGS sich daf\u00fcr einsetzen, das Wissen \u00fcber die Einsatzm\u00f6glichkeiten von Cannabis in der Medizin durch mehr Fortbildungen zu vergr\u00f6\u00dfern. Man m\u00fcsse hierbei die Expertise \u00fcber alle Fachbereiche verteilen, da bislang in erster Linie vor allem Neurologen und Schmerzmediziner Cannabinoide verschreiben w\u00fcrden. Haus\u00e4rzte und Palliativmediziner geh\u00f6rten nach Meinung Horlemanns mit an Bord geholt, damit sich dies \u00e4ndere. Er merkte hierbei ebenfalls an, dass besonders junge \u00c4rzte an den Einsatzm\u00f6glichkeiten von Cannabis interessiert w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00fcrden f\u00fcr den gesundheitlich f\u00f6rderlichen Gebrauch m\u00fcssen somit wohl nur ein wenig nach unten gesenkt werden, damit mehr Kranke von den zutr\u00e4glichen F\u00e4higkeiten des nat\u00fcrlichen Arzneimittels tats\u00e4chlich profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/cannabismedizin-allgemein\/cannabis-in-der-schmerzmedizin-buerokratische-huerden-zu-hoch\/\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2017 kann Cannabis als Medizin unter den richtigen Umst\u00e4nden an Patienten verschrieben werden, doch immer noch sind die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden zu hoch. 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