{"id":2008,"date":"2022-07-20T23:15:01","date_gmt":"2022-07-20T21:15:01","guid":{"rendered":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2008"},"modified":"2022-07-20T23:15:05","modified_gmt":"2022-07-20T21:15:05","slug":"cannabis-als-medizin-abschlussbericht-der-begleiterhebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=2008","title":{"rendered":"Cannabis als Medizin: Abschlussbericht der Begleiterhebung"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abschlussbericht-der-Begleiterhebung-750x375-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2007\" srcset=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abschlussbericht-der-Begleiterhebung-750x375-1.jpeg 750w, https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Abschlussbericht-der-Begleiterhebung-750x375-1-300x150.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2017 darf in Deutschland unter den passenden Umst\u00e4nden auf Kosten der Krankenkassen Cannabis an Patienten verschrieben werden. Eine Bedingung der Gesetzes\u00e4nderung bestand darin, dass behandelnde \u00c4rzte anonymisierte Daten \u00fcbermitteln, die f\u00fcr eine Begleiterhebung genutzt werden sollten, um die Wirksamkeit des nat\u00fcrlichen Arzneimittels zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach f\u00fcnf Jahren ist nun ein Datensatz von rund 21.000 eingegangenen Behandlungen analysiert und der Abschlussbericht seitens des Bundesinstitutes f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ver\u00f6ffentlicht worden. Laut diesem Bericht soll Cannabis als Medizin bei nahezu 70 Prozent der erfassten F\u00e4lle f\u00fcr eine Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t gesorgt haben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-in-erster-linie-gegen-schmerz\">In erster Linie gegen Schmerz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie in einer k\u00fcrzlich aus Kanada stammenden Untersuchung aufgezeigt wurde, nutzen auch gew\u00f6hnliche Cannabiskonsumenten die Kraft der Pflanze gegen verschiedenste Krankheitssymptome.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/wissenschaft\/studien\/selbstmedikation-mit-cannabis-angst-depressionen-schlafprobleme-und-schmerzen\/\">Depressionen<\/a>, Schlafprobleme, Angst und Schmerzen waren hier die am h\u00e4ufigsten genannten Gr\u00fcnde. In der Pressemitteilung des BfArM bez\u00fcglich des Abschlussberichtes zur Begleiterhebung betreffend Cannabis in der Medizin, hei\u00dft es, dass deutsche Patienten in erster Linie Cannabisprodukte gegen chronische Schmerzen einsetzten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr als 75 Prozent der rund 21.000 anonymisierten Nutzer von Cannabisbl\u00fcten und -extrakten sowie Dronabinol, Nabilon und Sativex behandelten in der Vergangenheit ihre Schmerzen mit den Wirkstoffen aus der Hanfpflanze. Nur 9,6 Prozent griffen aufgrund von Spastiken auf die nat\u00fcrlich gewonnene Arznei zur\u00fcck. 5,1 Prozent wirkten damit einer Anorexie und Wasting entgegen. Viele Behandlungen st\u00fcnden insgesamt im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Arzneimittel und Bl\u00fcten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen eindeutigen Unterschied soll es zwischen dem Einsatz der genannten Arzneimittel und den nat\u00fcrlichen Bl\u00fcten gegeben haben. So w\u00fcrden Frauen im Durchschnittsalter von 57 Jahren in der Mehrzahl auf die Pr\u00e4parate zur\u00fcckgreifen, w\u00e4hrend M\u00e4nner im Durchschnittsalter von 45,5 Jahren zwei Drittel der Patienten ausmachten, die Cannabisbl\u00fcten aus der Apotheke gegen ihre Leiden nutzten. Diese Gruppe wurde auch mit vielfach h\u00f6heren THC-Gehalten behandelt und berichteten dreimal h\u00e4ufiger von euphorisierender Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Demzufolge f\u00fcgte das Bundesinstitut hierzu an, dass \u201edie Gefahr von Missbrauch und Abh\u00e4ngigkeit bei der Therapieplanung mit Cannabisbl\u00fcten\u201c von behandelnden \u00c4rzten stets beachtet werden m\u00fcsse. Die Abbruchrate der Cannabistherapie soll trotz h\u00e4ufiger Nebenwirkungen niedrig geblieben sein, woraus sich schlussfolgern lie\u00dfe, dass unerw\u00fcnschten Effekte vergleichsweise gering gewesen waren. Brachen Patienten die Behandlung mit Cannabis ab, soll dies in erster Linie auf eine fehlende oder zu geringf\u00fcgige Wirksamkeit zur\u00fcckzuf\u00fchren gewesen sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenig Aussagekraft \u2013 aber hilfreich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber das Ergebnis der Analyse der Begleiterhebung sagt das BfArM, dass es sich um keine klinische Studie handle, die zur Pr\u00fcfung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis in der Medizin genutzt werden k\u00f6nnte. Es handle \u201esich vielmehr um anonymisierte Behandlungsdaten, die Hinweise auf m\u00f6gliche Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und auch Begrenzungen einer Therapie mit Cannabisarzneimitteln\u201c liefere. Die Berichte von 70 Prozent der Behandelten, die \u00fcber eine Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t sprachen, w\u00fcrden von vielen Faktoren abh\u00e4ngen und lie\u00dfen sich insgesamt relativ schlecht vergleichen. Klinische Studien nach internationalen Standards w\u00fcrden deshalb durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch w\u00e4re die Begleiterhebung sinnvoll gewesen, um an Hinweise zu Cannabis-Arzneimitteln zu gelangen, die \u00fcber deren Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen in der Therapie Auskunft geben. Die Ergebnisse w\u00fcrden nun daf\u00fcr genutzt, dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Grundlage zu bieten, um \u00fcber weitere Regelungen zur Versorgung der Patienten mit Cannabisarzneimitteln zu entscheiden. Auch bez\u00fcglich der Erstattungsf\u00e4higkeit seitens der gesetzlichen Krankenversicherungen dienten die Ergebnisse in Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/medizin\/cannabismedizin-allgemein\/cannabis-als-medizin-abschlussbericht-der-begleiterhebung\/\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2017 darf in Deutschland unter den passenden Umst\u00e4nden auf Kosten der Krankenkassen Cannabis an Patienten verschrieben werden. Eine Bedingung der Gesetzes\u00e4nderung bestand darin, dass behandelnde \u00c4rzte anonymisierte Daten \u00fcbermitteln, die f\u00fcr eine Begleiterhebung genutzt werden sollten, um die Wirksamkeit des nat\u00fcrlichen Arzneimittels zu \u00fcberpr\u00fcfen. 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