{"id":1915,"date":"2022-06-25T17:20:00","date_gmt":"2022-06-25T15:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=1915"},"modified":"2022-06-25T17:20:04","modified_gmt":"2022-06-25T15:20:04","slug":"heutige-cannabis-regulierung-ist-fuer-experte-oekonomisch-ineffizient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hanfserver.info\/?p=1915","title":{"rendered":"Heutige Cannabis-Regulierung ist f\u00fcr Experte \u00f6konomisch ineffizient"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Schweiz wird mit Cannabis ein j\u00e4hrlicher Gesamtumsatz von einer Milliarde Franken erzielt. Ein Grossteil der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung wird ausgel\u00f6st durch illegale Aktivit\u00e4ten. Das berichtet Oliver Hoff, \u00d6konom und Sozialwissenschaftler an der Uni Genf.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"656\" height=\"492\" src=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/17594100-v0-20220620152333935.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-1916\" srcset=\"https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/17594100-v0-20220620152333935.webp 656w, https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/17594100-v0-20220620152333935-300x225.webp 300w, https:\/\/hanfserver.info\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/17594100-v0-20220620152333935-440x330.webp 440w\" sizes=\"auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><figcaption>In der Schweiz werden etwa 56 Tonnen Cannabis pro Jahr konsumiert. Das entspricht rund 750&#8217;000 Joints pro Tag. (Themenbild)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Schweiz ist es heute verboten, Cannabis anzubauen, zu importieren, herzustellen oder zu verkaufen. Der Genfer Forscher Hoff analysierte die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser prohibitiven Regulierung. Darauf beruhend untersuchte er, welche \u00f6konomischen Effekte sich durch alternative Regulierungsszenarien ergeben w\u00fcrden. Erschienen sind die Ergebnisse in der Schriftenreihe \u00abSociograph\u00bb der Universit\u00e4t Genf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDie Simulation zeigt, dass die derzeitige Form der Regulierung zu einem wirtschaftlich ineffizienten Ergebnis f\u00fchrt\u00bb, sagte Hoff gem\u00e4ss einer Mitteilung seiner Hochschule vom Montag. Durch k\u00fcnstlich hohe Margen profitierten vor allem im Illegalen operierende Akteure, w\u00e4hrend Konsumentinnen und Konsumenten unter mangelnder Produktetransparenz und -qualit\u00e4t leiden w\u00fcrden. Zudem sei es f\u00fcr das Gesundheitssystem und die Pr\u00e4vention schwierig, Zugang zu \u00abproblematischen Konsumenten\u00bb zu erhalten und dem Staat fehle \u00abder regulatorische, fiskalische und gesundheitspolitische Marktzugriff.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Finanziert wurde die Studie vom Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG), von den Kantonen Genf und Basel-Stadt sowie den St\u00e4dten Bern und Z\u00fcrich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Oliver Hoff darlegt, werden hierzulande umgerechnet t\u00e4glich etwas mehr als 750&#8217;000 Joints konsumiert. Sch\u00e4tzungsweise generiert diese Nachfrage einen j\u00e4hrlichen Umsatz von einer Milliarde Franken, einschliesslich der indirekten wirtschaftlichen Effekte. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus Produktion, Import, Verarbeitung und Handel von Cannabis sowie dem Umsatz aus Gesundheitswesen, Polizei, Rechtsprechung und Justizvollzug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hoffs Berechnungen zufolge entspricht die direkte Wertsch\u00f6pfung des Cannabis-Systems etwa 0,06 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Zum Vergleich: Die Herstellung von Autos und Autoteilen generiert 0,08 Prozent des BIP.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach geltender Rechtslage sind demnach etwa 432 Millionen Franken des Umsatzes (43 Prozent) auf direkte Auswirkungen illegaler Aktivit\u00e4ten im engeren Sinn zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ber\u00fccksichtigt man illegale Aktivit\u00e4ten im weiteren Sinn, sind es sogar 843 Millionen Franken oder 84 Prozent des Umsatzes. Als die weiter gefasste Definition der Illegalit\u00e4t beschreibt Hoff ein Szenario, in dem ein Dealer sein durch Cannabis verdientes Geld f\u00fcr den Kauf von Erde, Lebensmitteln, und Strom ausgibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beruhend auf den Erkenntnissen simulierte Hoff die wirtschaftlichen Auswirkungen alternativer Regulierungsformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei zeigte sich, dass der Gesamtumsatz im Vergleich zum Status Quo in allen untersuchten Szenarien stark sinken w\u00fcrde: Auf 275 Millionen Franken im Szenario \u00abStark reguliert\u00bb und auf 192 Millionen Franken im Szenario \u00abFreier Markt\u00bb. Im Szenario \u00abCannabis Social Club (CSC)\u00bb w\u00fcrde der Umsatz 650 Millionen Franken betragen. Diese Regulierungsform wird etwa in Spanien und Belgien praktiziert. Hierbei werde \u00abdie Produktion, der Vertrieb und\/oder der Konsum von Cannabis in (registrierten) Clubs f\u00fcr Erwachsene organisiert\u00bb, h\u00e4lt Hoff fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die unterschiedlichen Szenarien schlagen sich auch auf die Steuereinnahmen nieder. W\u00e4hrend im Status Quo-Szenario Einnahmen von 25 Millionen Franken erzielt werden, sind es im CSC-Szenario 166 Millionen, im stark regulierten Szenario 464 Millionen und im \u00abFreien Markt\u00bb 11 Millionen Franken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die in den Regulierungsszenarien generierten Steuern k\u00f6nnten Hoff zufolge \u00abdirekt an spezifische, auf die \u00f6ffentliche Gesundheit ausgerichtete Aktivit\u00e4ten gebunden und\/oder zur Finanzierung der mit dem Cannabiskonsum verbundenen gesellschaftlichen Kosten umgelenkt werden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie der Genfer Forscher festh\u00e4lt, sollte die Regulierungsform von Cannabis allerdings nicht in erster Linie auf der Grundlage wirtschaftlicher \u00dcberlegungen diskutiert werden. Nichtsdestotrotz k\u00f6nne die \u00f6konomische Perspektive als Instrument dazu beitragen, \u00abeinen sinnvollen Ansatz zur Regulierung von Cannabis zu gestalten, um seine negativen sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen zu minimieren und besonders anf\u00e4llige Bev\u00f6lkerungsgruppen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geht es nach den zust\u00e4ndigen Parlamentskommissionen von National- und St\u00e4nderat, soll Cannabis k\u00fcnftig nicht mehr verboten sein. Anbau, Produktion, Handel und Konsum sollen umfassend neu geregelt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird derzeit erarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/schweiz\/cannabis-heutige-cannabis-regulierung-ist-fuer-experte-oekonomisch-ineffizient-id17594101.html\">Quelle<\/a><\/p><\/blockquote><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz wird mit Cannabis ein j\u00e4hrlicher Gesamtumsatz von einer Milliarde Franken erzielt. Ein Grossteil der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung wird ausgel\u00f6st durch illegale Aktivit\u00e4ten. Das berichtet Oliver Hoff, \u00d6konom und Sozialwissenschaftler an der Uni Genf. 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